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Umweltarbeitskreise

Bericht über Maßnahmen in Gebäuden der Evangelischen Kirchengemeinde Urmitz-Mülheim zur Energieeinsparung:

Ökologisch handeln, ökonomisch gewinnen.

Beauftragt vom Bistum Trier und mit Unterstützung des Landkreises Mayen-Koblenz , sowie des evangelischen Kirchenkreises Koblenz nahmen 30 Kirchengemeinden, darunter 5 evangelische, an dem Projekt "Energiecheck plus" teil. Nach Vorlage der Ergebnisse war ersichtlich, dass enorme Einsparpotenziale vorhanden sind.

 

Zur Einstimmung zuerst ein kurzer Überblick über die Situation:

 

Jährlich werden von unserer Erde der Atmosphäre 30 Milliarden Tonnen CO2 zugeführt, wovon ca. 75% auf die Nutzung fossiler Energieträger zurückgehen.

In den letzten 100 Jahren hat sich die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre nahezu verdoppelt.

Der aktuelle Wissenstand zeigt, dass die These vom Klimawandel glaubwürdig ist (El Nino, abschmelzen der Eisflächen auf dem Festland und an den Polen, bedingt durch das Ansteigen der Durchschnittstemperaturen).

 

Allein in Deutschland werden 1,5 Milliarden Tonnen CO2 jährlich emittiert, die durch das EU-Emissionshandelssystem erfasst sind. Dazu kommen 21% durch den Verkehr, 17% durch Haushalte und Kleinunternehmen und 10% durch die Landwirtschaft. Zusammen 2,9 Milliarden Tonnen CO2, das entspricht fast 10% der Weltemission von 30 Milliarden.

Betrachtet man die 17% CO2 Emissionen der Haushalte und Kleinunternehmen, unter die Kirchen und ihre Einrichtungen fallen, so entspricht das 493 Millionen Tonnen CO2.

Nach dem Kyoto-Protokoll müssen die Mitgliedstaaten der EU-15 ihre Treibhausgas-Emissionen von 2008-2012 im Vergleich zu 1990 um 8% senken.

 

Maßnahmen nach dem "Energiecheck" :

Anlagenspezifische Betrachtung, primär bezogen auf die CO2-Reduktion bei den vorhandenen Gasheizungen:

 

Gemeindezentrum Rübenach:

Jahresverbrauch (Durchschn.2003/2004) : 95600 KWh/a

Jahresverbrauch 2005 : 88730 KWh/a

Einsparung : 6870 KWh/a ( 7,18%)

CO2-Reduktion : 1590 kg/a

 

Erreicht durch Absenkung der überhöhten Raumtemperaturen von 24-25°C auf 21-22°C ,Revision des Heizkessels , einschl. neuer Brennereinstellung, Rückschaltung der Heizkreispumpe, sowie Rückstellung der Heizkörperthermostate von 5 auf 4. Theoretisch ergibt 1°C Absenkung der Temperatur eine Energieeinsparung von 6%. Erreicht wurden in diesem Fall die genannten 7,18 %.

 

Friedenskirche Mülheim:

Kirche_Muhlheim

 

Bisher wurde mit der elektrischen Bankheizung und der zusätzlichen Warmluftheizung eine Raumtemperatur von ca. 20-22°C erreicht.

 

Maßnahmen: Absenkung der Raumtemperatur von 20-22°C auf 18°C, Revision der Warmluftheizung, neue Temperaturregelung.

Jahresverbrauch ( Durchschn. 2003/2004) : 12769 KWh/a

Jahresverbrauch 2005 : 11251 KWh/a

Einsparung : 1518 KWh/a (11,88%)

CO2-Reduktion : 1011 Kg/a

 

Paul Gerhard Haus:

PGH2.jpg

Maßnahmen: Wie im Gemeindezentrum Rübenach

 

Jahresverbrauch ( Durchschn. 2003/2004) : 57720 KWh/a

Jahresverbrauch 2005 : 50090 KWh/a

Einsparung : 7630 KWh/a (15,23%)

CO2-Reduktion : 5035 Kg/a

 

Gesamteinsparung CO2 :

Rübenach - 1590 Kg/a

Friedenskirche - 1011 Kg/a

Paul Gerhard Haus -5035 Kg/a

Total : 7536 kg/a

Diese Menge entspricht der Ladefähigkeit eines mittleren LKW.

Bei den 30 untersuchten Kirchengemeinden wurde die beim Wärmebedarf festgestellte Einsparung mit 120 t CO2 angegeben. Das entspricht einem Durchschnitt von 4 t pro Gemeinde, ist aber abhängig von der Art und Anzahl der Einrichtungen.

Mit der Einsparung der festgestellten 7,5 t CO2 trägt die Evangelische Kirchengemeinde Urmitz-Mühlheim einen wesentlichen Anteil dazu bei. Zusätzlich gibt es weitere CO2- Einsparmöglichkeiten, z. Bsp. Stromersparnis bei der Beleuchtung.

Der Austausch eines erheblichen Anteil von Glühlampen gegen sogen. Kompaktleuchtstofflampen ist im vorliegenden Fall aus Gründen der Optik nicht möglich, im Einzelfall (Vorräume, Toiletten) aber durchgeführt worden.

Auch durch die Installation von Photovoltaikanlagen kann die CO2-Reduktion wesentlich verringert werden.

Trotz möglicher, staatlicher Zuschüsse von € 3000.- pro Anlage ergibt sich eine Amortisationszeit von 10-13 Jahren und deshalb wurde diese Möglichkeit hier in Mühlheim nicht weiter verfolgt.

Energie kann auch mit geringem Einsatz eingespart werden , es muss nur etwas unternommen werden.

Der vermittelte Überblick sollte aufzeigen, dass etwas unternommen werden kann und weitere Aktivitäten möglich sind.

Um vor dem Hintergrund der enormen Tonnagen CO2 die auf der gesamten Erde emittiert werden, motiviert zu bleiben etwas zu tun, ist es sinnvoll die erreichten Einsparungen in Prozenten auszudrücken.

Und wenn wir die Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung ernst nehmen, müssen wir handeln.

Zutreffend dafür ist ein Zitat von Joh. Wolfgang v. Goethe:

" Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden"

" Es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun"

H.- J. Salewsky

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