Das Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel ist ein gemeinnütziger, eingetragener Verein, der Kirchengemeinden informiert und bei der Umsetzung von Maßnahmen unterstützt, die zur Bewahrung der Schöpfung beitragen.
Ziel ist es vom „Reden zum Handeln“ zu kommen und hierzu Hilfestellungen anzubieten.
Ich lese zwei Verse aus dem 1. Mosebuch, Kapitel 2 (7.15):
„Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen. ...Dann legte Gott, der Herr, in Eden, im Osten, einen Garten an und setzte dorthin den Menschen, den er geformt hatte.“
Inmitten der Schöpfung findet sich der Mensch. Nicht als ihre Mitte, aber als ein Geschöpf. Beides neigt der Mensch zu vergessen. Dass er nicht Mitte ist, und dass er Geschöpf ist. Adam ist Mensch. Aus Erde geschaffen mit Geist beseelt. Von einem Geschlecht ist nicht die Rede und schon gar nicht von einem starken, dem Gott später aus Mitleid ein schwächeres unterordnet. Es geht um den Menschen.
Im Hebräischen bedeutet das Wort ADAM Mensch. Und das, woraus er entstand, heißt „ADAMAH“, Erde vom Acker. Nicht Krone der Schöpfung, sondern Teil von ihr. Der Erde verbunden, und nicht über sie gestellt. Davon berichtet die Bibel. Sie tut es nicht als naturwissenschaftlicher Bericht. Sie dokumentiert weder Ausgrabungsergebnisse noch stellt sie irgendwelche Thesen zum Stammbaum des Menschen auf. Sie begründet die biblische Sicht auf den Menschen in seiner Beziehung zu Gott und zur Schöpfung. Es ist keine dem Menschen besonders schmeichelnde Sicht.
Die Erschaffung des Adam ist keine Triumphgeschichte des Menschen. Ein Klumpen Dreck, ein göttlicher Hauch. Das reichte als Ursprung, zumindest dem biblischen Bericht darüber. Die Menschheit selbst scheint sich mit dieser Sicht nicht sehr zufrieden zu geben. Wenn schon Teil der Schöpfung dann am liebsten deren Krone. Wenn schon Mensch, dann ein starkes Geschlecht, dem ein schwaches untergeordnet wird. Wenn schon Geist, dann einen, den man nur für sich beansprucht.
Von Anfang an war die Schöpfungsgeschichte der Bibel für viele ein Widerspruch gegen das eigene Selbstverständnis des Menschen Die Schöpfungsgeschichte holt uns Menschen auf den Boden zurück. Nicht auf den Boden wissenschaftlicher Tatsachen, sondern auf die Erde. Ihr sind wir durch unseren Glauben an Gottes Handeln in unserem Wesen verbunden. Diese Erdung des Menschen gehört wesentlich zum Menschenbild unseres Glaubens.
Wir sind nicht Krone der Schöpfung, sondern Teil von ihr. Zur Erdung des Menschen kommt der göttliche Auftrag. Mit Zerstörung und Gewalt hat der nichts zu tun. Auch nicht mit Missachtung und Geringschätzung irgend eines anderen Teiles der Schöpfung.
Diese biblische Sicht des Menschen ist der Teil der Botschaft, die uns Jesus Christus mit seinem Evangelium gegeben hat. Die Schöpfungsgeschichte ist kein wissenschaftlicher Beweis. Das will und kann sie aus sich heraus auch nicht sein. Sie ist Ausdruck der Liebe Gottes. Ihr verdankt sich das Leben. Und das ist ein Grund für die Ehrfurcht, die uns unser Glaube vor ihm gibt. Diese gläubige Ehrfurcht vor dem Leben darf man uns getrost abspüren. Wir haben keinen Grund, sie zu verbergen. Wenn wir sie verloren haben, lohnt sich es unbedingt, sie zurückzugewinnen. Amen.
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