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Exkursionen

 

Gute Beispiele: Kirchensanierung in Nachtsheim

 

 

Das Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel e.V. hatte zu einer Exkursion in eine vorbildliche Kirchengemeinde eingeladen. Es ging in die Eifel zur Katholischen Kirchengemeinde St. Stephanus in Nachtsheim, einem Ort mit rund 550 Einwohnern. Mehrere Maßnahmen zum Umweltschutz wurden hier umgesetzt, allen voran die energetische Sanierung der Kirche.

 

Die Exkursion startete mit einer Besichtigung des neu gestalteten Umfelds der Kirche. Dank der guten Zusammenarbeit mit der Ortsgemeinde entstand an der Kirche ein neuer Ortsmittelpunkt, der es ermöglicht Kirche wie auch Pfarrhaus mit Jugendräumen barrierefrei zu erreichen. Die Kosten für die Gestaltung der öffentlichen Fläche hat die Ortsgemeinde getragen während die Fläche der Kirchengemeinde auch durch diese finanziert wurde. Die Gestaltung hingegen ist aus einem Guss. Das Pfarrhaus mit der Wohnung des Pfarrers und der Gemeindeverwaltung sowie einem Jugendraum wurde in der Vergangenheit ebenfalls saniert und energetisch optimiert. Neben dem Wohngebäude umfasste das Pfarrhaus ursprünglich auch Wirtschaftsgebäude (Stallungen und Scheune), die heute u.a. den Jugendraum beherbergen. Auf einer Fläche von 4.700 m2, die an Pfarrhaus und Kirche grenzt, stehen 14 alte, hochstämmige Obstbäume. Die Apfelernte wird zum ?Apfelsaft aus Pastorsgarten? gepresst.

 

Nach der Besichtigung der Außenanlage ging es dann in die Kirche. Ursprünglich stand an dieser Stelle seit dem 8. Jahrhundert eine kleine Kapelle für rund 1000 Jahre. Diese wurde um 1875 durch einen Neubau ersetzt. Rund 100 Jahre später stand man vor der Entscheidung die mittlerweile auch zu klein gewordene Kirche zu sanieren oder durch einen Neubau zu ersetzen. Die Entscheidung fiel zugunsten eines Neubaus mit einer für die Gegend außergewöhnlichen Architektur. Es entstand von 1968 ? 1971 eine sogenannte Zeltkirche, die rund 500 Gemeindemitgliedern Platz bot. Zur Zeit der Errichtung, berichtet Hans Josef Gerharz, war das Heizöl noch günstig und man verbrauchte jährlich rund 25.000 Liter um die Kirche zu beheizen. Steigende Ölpreise führten auch zu Änderungen im Heizverhalten, um den explodierenden Kosten Herr zu werden, wurden die Temperaturen abgesenkt. Der Heizölverbrauch konnte so auf 7 ? 8.000 Liter gesenkt werden, die Raumtemperatur lag jedoch nur bei 7 ? 8 Grad.

Im Jahr 2009 wurden erhebliche Sanierungsarbeiten erforderlich und wieder stand der Abriss der nun zu großen Kirche und deren Ersatz durch einen kleineren Neubau im Raum.

Die Kirchengemeinde entschied sich für eine Sanierung. Um die Mittel hierfür aufzubringen wurde ein Förderverein gegründet, dem rund 120 Personen angehören.

Saniert wurde das Dach mit rund 1600 m2 Fläche. Hier wurde die asbesthaltige Kunstschiefereindeckung durch eine Naturschiefereindeckung ersetzt und die Gelegenheit genutzt eine effektive Dämmung einzubauen. Schiefer und neuartige Dämmung stammen von der Firma Rathschek aus Mayen.

Der Kirchenraum selbst wurde der aktuellen Größe der Kirchengemeinde angepasst. Hierzu wurde die Sakristei in den ehemaligen Kirchenraum verlegt. Gleich einem Raumteiler wird so der Kirchenraum auf knapp 300 Plätze verkleinert und eine Möglichkeit geschaffen direkt in einen Gemeindesaal zu gelangen, der früher die Sakristei beherbergte.

Auch dort hat man zu einer außergewöhnlichen Lösung gegriffen um den Raum besser nutzen zu können. Für die Arbeit des Chors, war die Deckenhöhe nicht ausreichend. Deshalb wurde in die vorhandene Betondecke ein großes kreisförmiges Loch geschnitten, das den Blick und den Raum in den Dachstuhl öffnet. Der Durchmesser entspricht fast der Raumbreite. Auch die Gebäudehülle wurde isoliert.

 Die Teilnehmer der Exkursion vor der Kirche.

Beheizt wird die Kirche durch eine Fußbodenheizung, die bereits beim Neubau Anfang der 1970iger Jahre eingebaut wurde. Da die Kirche wöchentlich an 2 ? 3 Tagen genutzt wird, ist es erforderlich die Kirche ständig zu beheizen, da die Fußbodenheizung zu träge reagiert um gezielt für die Veranstaltungen zu heizen. Heute wird eine Dauertemperatur von 14°C gefahren. Der Heizölverbrauch konnte durch alle getroffenen Maßnahmen auf rund 3.500 Liter gesenkt werden.

Als ein Vorteil der Dauerbeheizung ist wohl die Tatsache zu werten, dass die relative Luftfeuchte nur geringen Schwankungen unterliegt, anders als dies in Kirchen der Fall ist, die ständig große Temperaturschwankungen aufweisen.

Der Erfolg der Dämmung zeigte sich den Exkursionsteilnehmern darin, dass bis Ende Oktober noch keine Beheizung erforderlich war und trotzdem eine angenehme Raumtemperatur herrschte.

Herr Gerharz konnte aus der Vergangenheit berichten, dass durch die große Dachfläche im Sommer sehr hohe Temperaturen in der Kirche erreicht wurden, während es im Winter immer wieder zu Beschwerden kam, dass es kalt ziehen würde, obwohl die Raumtemperatur an sich angenehm hätte sein müssen. Dies war wohl dem Temperaturausgleich mit den nicht isolierten Bauteilen geschuldet.

Positiver Nebeneffekt der Umgestaltung ist die Tatsache, dass die Kirchenbesucher nach dem Gottesdienst viel zahlreicher im integrierten Gemeindesaal verweilen als das früher der Fall war.

 

Die Exkursionsteilnehmer waren sich einig, dass die Sanierung ein großer Erfolg war und sich die Entscheidung der Kirchengemeinde für den Erhalt der Kirche gelohnt hat. Die St. Stephanus Kirche überzeugte nach der Sanierung und Umgestaltung nicht nur energetisch, sondern auch architektonisch. Der von außen weniger auffallende Bau bot im Innern eine unerwartete und sehr einladende Atmosphäre.

 


 

Zwischen ?Energieschrecken? und energetischem Vorbild

 

Das Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel e.V. führte eine Exkursion zur Passiv-Haus-Kirche Heinsberg in den evangelischen Kirchenkreis Jülich durch. Im Anschluss besichtigten die 20 Exkursionsteilnehmer den Braunkohletagebau Inden.

 

Die zurückgehende Zahl der Kirchengänger und Nutzer der Gemeindezentren stellen viele Kirchengemeinden heute vor ein Problem, da die Bewirtschaftung und Beheizung mehrerer gering genutzter Liegenschaften ein großes Loch in die Gemeindekasse reißt. Dieses Problem stellt sich auch der evangelischen Kirchengemeinde Heinsberg, die sich daraufhin mit der künftigen Entwicklung der Gemeinde beschäftigt hat und folgenden Weg einschlägt. Eines der beiden Gemeindezentren mit Kirche wird mittelfristig aufgegeben werden, während das zweite Zentrum mit der Christuskirche zukunftsfähig saniert werden sollte. Hieraus entstand die bisher einzigartige Passiv-Haus-Kirche.

 

Das Prinzip eines Passiv-Hauses ist, dass das Gebäude stark gedämmt ist. Somit kann auf eine herkömmlich dimensionierte Öl- oder Gasheizung verzichtet werden. Die Abwärme von elektrischen Geräten, die Sonneneinstrahlung und die Wärme der sich im Gebäude befindenden Menschen reicht in der Regel, um eine angenehme Raumtemperatur zu erreichen. In der Passivhaus-Kirche Heinsberg wird der restliche Wärmebedarf durch eine Luft-Sole-Wärmepumpe erzeugt.

Die Kosten zur Sanierung der Christuskirche beliefen sich auf 1,3 Millionen Euro, wovon auch Teile durch das Land Nordrhein-Westfalen und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt finanziert wurden. Begleitet wurde das Projekt von der EnergieAgentur.NRW, die hierzu eigens eine Broschüre veröffentlichte. Hier sind alle theologischen und technischen Aspekte zur Sanierung aufgeführt.

?Eine Herausforderung war es, die Kirche auf Passiv-Haus-Standard zu bringen, ohne den optischen Eindruck der Außenhülle und somit den Charakter des Gebäudes zu verlieren, der für die ansässigen Menschen und die Gemeinde wichtig ist?, erläutert Herr Kandziora, Architekt und Projektleiter des durchführenden Architekturbüros Rongen. Aus diesem Grund wurde eine Innendämmung installiert und die Buntglasfenster sowie Grabplatten mit Mehrfachverglasung im Innenraum ausgestattet.

Neben dem energetischen Aspekt, welcher auch die Eindeckung des Kirchendachs mit Photovoltaik mit sich brachte, wurde großer Wert auf die Gestaltung des Gemeindezentrums gelegt, denn durch den Umbau entstand die ?offene Kirche?, wie Hans Stenzel, Mitweltbeauftragter des Kirchenkreises Jülich, berichtet.

Der Kirchenkreis Jülich nimmt mit diesem Bauprojekt die Schöpfungsverantwortung ernst, die die Kirche für die Umwelt und den Klimaschutz trägt. Der Kirchenkreis, welcher im Einzugsgebiet des Braunkohletagebaus liegt, produziert mehr Energie, als er verbraucht und steht somit dem Abbau fossiler Energieträger, als positives Beispiel entgegen, wie auch alle anderen Kirchengemeinden im Kirchenkreis Jülich, die sich für den Klimaschutz engagieren. Zahlreiche Photovoltaikanlagen, Blockheizkraftwerke oder Holzheizungen belegen dies. Überdies wird ausschließlich grüner Strom bezogen.

 

Unter dem Titel ?Verheizte Heimat? zeigte sich der Schrecken fossiler Energiegewinnung in Form des Braunkohletagebaus Inden. Jährlich werden 22 Millionen Tonnen des fossilen Energieträgers Braunkohle gewonnen. Braunkohle hat von den fossilen Energieträgern das höchste klimaschädliche Potential. Neben der Zerstörung der Landschaft, dem Absenken des Grundwasserspiegels, der Zerstörung wertvollster landwirtschaftlicher Flächen hat der Braunkohletagebau auch eine große soziale Dimension.

Schließlich ist die genehmigte Abbaufläche keine Freifläche gewesen. Auf diesem Gebiet erstreckten sich mehrere Gemeinden z.T. mit jüdischen Friedhöfen, die dem Tagebau weichen mussten. Der Verlust dieses ökologischen, historischen, aber auch menschlichen Gutes wurde von den Entscheidungsträgern zu Gunsten des Braunkohleabbaus hingenommen. Historisches Gut wurde vernichtet, das soziale Gefüge der Gemeindebewohner zerrissen. Bedingt durch den Braunkohlebergbau in Nordrhein-Westfalen wurden bereits 45.000 Menschen umgesiedelt.

Bemühungen gegen den Tagebau vorzugehen, waren zum größten Teil fruchtlos. Die umgesiedelten Gemeinden und ihre Bewohner erfuhren nicht nur einen kulturellen, sondern auch finanziellen Schaden, denn Ausgleichszahlungen gab es nur für den heutigen Wert der Liegenschaften.

Die Liste des Schadens durch das rheinische Braunkohlerevier lässt sich beliebig erweitern. Riesige Mengen an Trinkwasser werden nutzlos abgepumpt, Rohstoffe wie Kiese und Sande vernichtet. Versuche einer Rekultivierung der Flächen werden zum Teil durchaus kritisch beurteilt, wie die Teilnehmer der Exkursion an diesem Tag erkennen konnten. Kosten des aktuellen Bergbaus werden noch viele künftige Generationen als Ewigkeitskosten belasten.

 

Die Broschüre zur Passiv-Haus-Kirche in Heinsberg finden Sie hier.

 

 

 

 

 

 


 

?Bewahrung der Schöpfung? ? Exkursion des Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel zur Abtei Marienstatt

 

Am 22.September 2012 unternahm das Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel e.V. (UNK) eine Exkursion zur Zisterzienser Abtei Marienstatt im Westerwald. Hierzu versammelten sich 20 interessierte Teilnehmer am Torbogen des Geländes, um mehr über die ?Bewahrung der Schöpfung?, das Motto dieser Exkursion, in Marienstatt zu erfahren.

Das Zisterzienser Kloster existiert seit 1212, feiert also dieses Jahr exakt 800 jähriges Bestehen. Doch die Abtei fand ihren Anfang nicht im heutigen Marienstatt, sondern in der Nähe von Kirburg. Aus wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gründen musste die Abtei diesen Standort aufgeben. Der heutige Ort im Tal der Nister erschien dem damaligen Abt Herrmann durch die Erscheinung Marias in einem Traum, sodass der Ort auf den Namen ?locus sanctae mariae?, zu dt. ?Marienstätte?, Marienstatt getauft wurde. Bis heute ist die Abtei eine Stätte religiösen und kulturellen Segens.Marienstatt 1

Die Exkursion bestand neben einem fachlichen Teil, welcher das Thema der Energieerzeugung in Marienstatt behandelte, auch aus einem kulturellen Teil. Hierfür gab es nach der Ankunft in Marienstatt eine virtuelle Führung durch den Anlagenkomplex, um einen ersten Überblick und Eindruck zu geben. Neben Barock- und Kräutergarten bestimmen eine Klosterkirche im frühgotischen Stil und das Klostergebäude das Bild der Anlage.Die Teilnahme an der Mittagshore in der Klosterkirche ermöglichte allen Interessierten dem einzigarten Gesang der Fratres und Patres zu folgen. Im Innern der Kirche waren auch Schätze wie das Chorgestühl aus der Zeit um 1290 oder das Ursularetabel aus der Zeit um 1350 zu entdecken. Was einige verwunderte war, dass statt den klassischen Kerzen, wiederverwendbare Flüssigwachskerzen genutzt wurden, um Ressourcen zu schützen.

Neben diesen Artefakten und Gebäuden befinden sich auch die Brauerei, die Bibliothek, Buchbinderei, Kunst-und Buchhandlung und ein Gymnasium auf dem Gelände. Dementsprechend war und ist der Energiebedarf hoch.

Die Energieerzeugung wurde am Nachmittag gezeigt und erklärt.

Marienstatt 2Die Gruppe wurde freundlich von Abt Thomas, Leiter der Zisterzienser Abtei, am Pfortenhaus empfangen. Dieser führte mit viel Fachwissen zu den ?Energiezentralen? von Marienstatt. Hauptenergieträger ist die Wasserkraft. Früher trieb das Wasser der Nister die Mühlräder für Öl- und Getreidemühlen an. Später wurde die günstige Lage in einer Schleife der Nister zur Stromerzeugung genutzt und machte das Kloster energieautark. Schon im frühen 20. Jahrhundert bohrte man einen 120 m langen Stollen, um ein größeres Gefälle der Nister auf die Wasserradschaufeln zu erreichen, die eine Art Dynamo antrieben. Ca. 50 Jahre später wurde oberhalb des alten Stollens ein weiterer Stollen von 400 Metern Länge gebohrt, um noch mehr elektrische Energie zu gewinnen. 1956 lag man bei einer Jahresleistung von durchschnittlich von 400.000 kWh Strom. Die Jahresleistung konnte durch den Einsatz modernerer Technologien weiter gesteigert werden, so dass ein großer Teil sogar in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden kann, aus dem dann entsprechend auch Strom entnommen werden kann, wenn der eigene Verbrauch die Erzeugung vor Ort überschreitet. An der letzten Modernisierung der Anlage wirkte im übrigen ein ehemaliger Klosterschüler aus der Umgebung mit, der nach seiner Ausbildung zum Ingenieur in den Westerwald zurück kehrte.

Abt Thomas erklärte daneben auch die Wärmeerzeugung. Denn neben elektrischer Energie benötigt der Mensch auch Energie in Form von Wärme. Zur großen Verwunderung der Exkursionsteilnehmer wird auch diese Wärme aus dem Wasser der Nister gewonnen. Die Wärme wird dem Wasser entzogen und mittels Tauschern und Wärmepumpen in das Fernwärmenetz eingespeist, das das Kloster und seine Liegenschaften (Brauerei mit Gastronomie, Klosterschule, Kirche und Beherbergungsbetrieb) mit Heizenergie versorgt.

Ergänzt wird die regenerative Energieversorgung durch eine große solarthermische Anlage zur Erzeugung von warmen Wasser sowie eine Photovoltaikanlage zur Erzeugung von Solarstrom. Hier steht allerdings der Denkmalschutz einem weiteren Ausbau entgegen.

 


 

Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel macht regenerative Energien erlebbar

Exkursion zu juwi und zur Energielandschaft Morbach am 12.05.2012

 

Am Samstag, 12. Mai 2012 hat das Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel zu einer Exkursion zu juwi und dem Energiepark Morbach eingeladen. Schwerpunkt der Besichtigung bei juwi lag auf dem besonders energieeffizienten Bürogebäude, während beim Energiepark die Nutzung erneuerbarer Energiequellen im Vordergrund stand.

Juwi, ein Komplettanbieter im Bereich Erneuerbarer Energien, plant, projektiert, finanziert und betreibt Anlagen zur Nutzung regenerativer Energien. Ziel der Exkursion ist das Bürogebäude von juwi, das 2008 als das energieeffizienteste Bürogebäude weltweit entstand. Auf einem in konventioneller Bauweise erstellten Kellergeschoss wurde ein Bürogebäude in Holzbauweise errichtet, das 300 Mitarbeitern Platz bietet und dem Standard eines Energieplushauses entspricht. Das überall sichtbare Holz schafft eine angenehme und wohnliche Atmosphäre. Zentral finden sich auf allen Ebenen Tischgruppen, die sowohl für Besprechungen als auch den Mitarbeitern für Auszeiten zur Verfügung stehen. Weitere Angebote für Mitarbeiter sind: eine Mensa, eine eigene Kita, ein Fußballfeld, ein Andachts- und Ruheraum und ein Fitness-Raum.Ruheraum bei juwi

Erstaunlicher weise wird, die dort auf den Fitnessgeräten erzeugte Energie nicht genutzt, während das Thema Energie ansonsten im ganzen Gebäude allgegenwärtig ist. Augenfällig sind die Solarmodule zur Erzeugung von Strom auf Dach und Fassade, deren Energie in Akkus gespeichert wird, um so eine Notstromversorgung sicher zu stellen und ein entsprechendes Aggregat einzusparen. Eine Belüftungsanlage sorgt für den Luftaustausch und erwärmt die einströmende kalte Frischluft mit Hilfe der verbrauchten aber warmen Abluft. Die gute Dämmung der Gebäudehülle ist selbstverständlich, fällt aber angesichts der großen Glasflächen nicht ins Auge. Die großzügige Verglasung wiederum hilft Energie bei der Beleuchtung zu sparen. Die Fensterflächen der Büros, Dachfenster sowie die Lichthöfe und ein offen gestalteter Innenbereich bringen viel Tageslicht ins Gebäude. Die energiesparenden Beleuchtungseinheiten liefern dann mittels einer zentralen Steuerung nur soviel zusätzliches Kunstlicht wie erforderlich ist. Eine individuelle Anpassung an die Bedürfnisse jedes Mitarbeiters ist trotzdem möglich. Ähnlich verhält es sich auch mit der Beheizung. Hier ist eine Grundtemperatur von 19°C im Winter vorgegeben, die von den Mitarbeitern individuell um zwei Grad variiert werden kann, sich aber nach einer bestimmten Frist dann wieder auf die Grundtemperatur zurück regelt. Geheizt wird CO2-neutral mit einer Pelletheizung, deren Wärme in Pufferspeichern aufgenommen wird und dann durch Röhren im Fußboden zum Beheizen genutzt wird. An heissen Tagen nutzt man die geringeren nächtlichen Temperaturen, um über ein Rückkühlwerk auf dem Dach Wasser herunterzukühlen. Dieses ?kalte? Wasser wird in einem wärme-isolierten Tank von 115 m3 Volumen im Keller gespeichert. Bei Tag kann es dann zum Kühlen des Gebäudes genutzt werden. Auch dies erfolgt über das Röhrensystem der Böden. Da nicht das Wasser selbst aus diesem Tank genutzt wird, kann dieser ?Kältespeicher? gleichzeitig zur Versorgung der erforderlichen Sprinkleranlage dienen. Aber auch in anderen Bereichen, beschreitet man neue Wege, die sich oftmals nicht ?rechnen? aber trotzdem verwirklicht werden, um die Funktionsfähigkeit in der Praxis zu prüfen und vielleicht später von den Erfahrungen profitieren zu können. So erinnern die Toiletten an den letzten Flugurlaub, da auch hier mit wenig Wasser, in diesem Falle Regenwasser, und per Vakuum gespült wird. Nach einer eigenen Abwasserbehandlung wird das Abwasser in die öffentliche Kanalisation entsorgt, während die festen Bestandteile und auch die Essensabfälle der Kantine einer Weiterverwertung zugeführt werden. Ein weiteres Highlight ist der Fuhrpark. Hier stehen die verschiedensten Elektrofahrzeuge vom kleinen Stadtflitzer bis hin zum Sportwagen, der den Leistungsvergleich mit einem Porsche nicht scheuen muss. Alle unter einem mit Solarzellen versehenen Carport, der die Aufladung der Fahrzeugbatterien sicherstellt.   Die Fahrt zum Energiepark Morbach und das Mittagessen nutzten die Teilnehmer für ausgiebige Diskussionen rund um das bisher gesehene.

Windrad juwiDas zweite Exkursionsziel, die Energielandschaft Morbach, vereint auf einer Fläche die verschiedenen Möglichkeiten regenerativer Energieerzeugung. Entstanden ist die Energielandschaft auf einem ehemaligen Munitionsdepot der Amerikaner. Das Depot mit einer Fläche von rund 145 Hektar wurde 1995 aufgegeben. Aber erst im Jahr 2001 entstand die Idee das Gelände für die Energielandschaft Morbach zu nutzen. Heute stehen dort 14 Windkraftanlagen, die jeweils 2 Megawatt Leistung haben. 10.000 m2 Photovoltaikfläche wurden installiert. Daneben findet sich eine Biogasanlage. Das erzeugte Gas wird zur Stromerzeugung genutzt und die dabei anfallende Wärmeenergie versorgt ein Holzpelletwerk mit der nötigen Wärmeenergie zur Herstellung der Pellets. Landwirte der Region beliefern die Biogasanlage mit Gülle und der erforderlichen Silage und haben sich verpflichtet die Gärrückstände der Biogasanlage abzunehmen und auf ihren Feldern auszubringen, was den Vorteil der geringeren Geruchsbelästigung im Vergleich zu Gülle hat. Das Sägemehl zur Herstellung der Holzpellets wird von Sägewerken der Region angeliefert. Abgesehen von der Tatsache, dass hier die verschiedensten Formen der Nutzung regenerativer Energien auf engstem Raum zu besichtigen sind, war die Führung durch Herrn Krickel, ein Erlebnis. An allen Stationen konnte er den Teilnehmern kompetent Rede und Antwort stehen und auf die eine oder andere Besonderheit hinweisen, die sonst unerkannt geblieben wäre. So erregte denn auch gleich zu Beginn der Führung ein still stehendes Windrad die Aufmerksamkeit der Teilnehmer. Für den Stillstand gibt es in der Regel mehrere mögliche Ursachen. Zum einen können Wartungs- oder Reparaturarbeiten der Grund sein. Bei zu starkem Wind schalten sich die Anlagen ebenfalls aus, um zu verhinderExkursionsteilnehmer am PV-Moduln, dass die sich biegenden Rotorblätter den Turm berühren und beschädigen. Und dass sie sich biegen, konnte man eindrucksvoll erleben. Ein weiterer Grund für ein kurzzeitiges Abschalten, kann auch die Überhitzung des Getriebeöls sein. Sobald dieses wieder im zulässigen Temperaturbereich ist, läuft der Rotor wieder an.Auch ein solches kurzzeitiges Ausschalten konnte beobachtet werden.So erklärte er auch, dass man mit der Einrichtung der Energielandschaft die Chance nutzte, Rahmenbedingungen für die Errichtung von Windkraftanlagen zu formulieren. In Morbach wurden 800 Meter Abstand zur Bebauung festgelegt, um zu vermeiden, dass Schlagschatten zu Beeinträchtigungen führen. Was solche Schlagschatten bedeuten, ließ sich natürlich auch direkt vor Ort erfahren. Und eines wurde auch deutlich, was unsere Generation zum Teil mit ?Verspargelung? bezeichnet und als Zerstörung der Landschaft empfindet, werden die kommenden Generationen als Normalität und selbstverständlich empfinden.


 

Besuch der Orgelbaufirma Förster & Nicolaus und des Klosters Arnsburg in Lich (bei Gießen) am 14. Mai 2011

 

Führung Lich, OrgelpfeifenErgänzend zum laufenden Projekt ?Energiesparen in Kirchengemeinden? des Umweltnetzwerks Kirche Rhein-Mosel (UNK), den mitlaufenden Raumklima-Schutzmaßnahmen bei Kirchenorgeln und nach Installation der neuen Förster-&-Nicolaus-Orgel in der Florinskirche, Koblenz, lud das UNK seine Mitglieder sowie Kantoren und Interessierte zu einer Exkursion am 14. Mai 2011 zur Orgelbaufirma Förster & Nicolaus (F & N) ein.

Nachmittags besuchte man das Zisterzienserkloster Arnsburg.

Es beteiligten sich 24 Personen. Herr Joachim Müller, Chef von F & N, und ein Mitarbeiter führten die Gäste in zwei Gruppen durch ihre Werkstatt und informierten sie über ihren Betrieb. F & N besteht seit 1842, beschäftigt zur Zeit 17 Mitarbeiter und hat eine konstante Auslastung. Das Arbeitsprogramm umfasst v. a. Restaurierungen, Reparaturen und

Führung Lich, Kloster

Stimmungen mit dem Ziel der Bestandserhaltung, aber auch Orgel-Neubauten.

Es gab wertvolle Informationen über den Aufbau von Orgeln, den Pfeifenbau in Metall und Holz, die Intonation von Pfeifen und den Einfluss von Temperatur und Feuchtigkeit. Ergänzend hielt Herr Dr. F. Ackermann, UNK, einen Vortrag über seine Temperatur- und Feuchtemessungen in Kirchen der Region Koblenz, die anschließend mit F & N diskutiert wurden. 

Nach dem Mittagessen im stilvollen Hotel-Restaurant Alte-Klostermühle gab es eine Führung durch das Zisterzienserkloster Arnsburg.

Das ehemalige Kloste wurde 1174 errichtet und nach langem Betrieb enteignet. 1818 stürzten Dächer und Gewölbe der Kirche ein, die seitdem eine Ruine ist. Lediglich die Vorhalle der Kirche blieb erhalten, die heute als Paradies-Kapelle dient.

 

 

 

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